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Hinano Cafe


An Santa Monica anschließend liegt Venice Beach, einst ein Hippie-Mekka, nun bevölkert von wohlhabenden Yuppies und Kreativen. Viele vermissen den verblassenden Flair der Beach Boys und campenden Surfers, und finden ihr letztes Refugium im Hinano Cafe, einer klassischen Dive Bar gleich um die Ecke vom Strand. Das übliche Ambiente und ein bisschen mehr - Pool Tables, ein langer Holztresen als Bar, eine Jukebox, jede Menge Sägespäne am Boden, gratis Popcorn aus einem Automaten, die besten Burgers der Stadt und die Erinnerung an  Jim Morrison, Band Leader der Doors, der hier Stammgast gewesen sein soll. Die Legenden um ihn sind zahlreich: von der angeblichen Wohnung in Venice Beach, die es nachweislich nie gegeben hat, bis hin zu seinen Auftritten im Hinano Cafe, wo er tanzend auf der Bar an die Wand gepinkelt haben soll.  Zum Horror der Fans ist die Wand renoviert worden, und so sucht man vergeblich nach seinen Spuren.

Chez Jay´s


Was wäre Los Angeles ohne Hollywood und ihren Celebrities, für die freilich auch die Dive Bars der Stadt Anlaufstationen sind. Eine davon ist Chez Jay's in Santa Monica,  einem beliebten Stadtteil am Wasser, am Pazifischen Ozean. Modelle von Booten, Fischernetze und Muscheln, kitschig arrangiert mit Lichterketten, bilden das für eine Dive Bar eher ungewöhnliche Ambiente. Die Stars, die hier bereits ein und aus gegangen sind, reichen von Henry Kissinger über Marlon Brando bis hin zu George Clooney. Ihren Platz in der US-Geschichte verdiente sich die Bar allerdings 1971, als Daniel Ellsberg, ein Pentagon Mitarbeiter, angeblich ebendort  topgeheime Regierungsdokumente an einen New York Times Journalisten übergab. Diese Papiere wurden später als „Pentagon Papers“  bekannt und deckten einen Skandal im Umfeld des Vietnamkrieges auf. Ein anderer Stammgast soll Frank Sinatra gewesen sein, dem heute noch ein wunderbares Plakat neben der Türe zur Toilette gewidmet ist. Angesprochen auf diese Prominenz meint Michael, der Barkeeper, der hier seit dreißig Jahren seine Gäste bedient, nur lakonisch: „I have seen and served everybody.“

Del´s Saloon


Wesentlicher Bestandteil einer Dive Bar ist ein Pool Table, und im besten Fall nicht nur einer, sondern mehrere, sowie andere Spielangebote.  Del´s Saloon in West LA ist beliebt als Sports-Bar, mit zwei Pool Tables, zwei Dart Boards sowie sieben TV-Screens mit Live-Sportübertragungen. Bei größeren Sportevents lässt der Barkeeper Pizza für Alle bringen, und das ist schon etwas Besonderes, denn eine Dive Bar bietet üblicherweise keine Essen an. Jeden Mittwoch und Samstag gibt es Karaoke. Das Bier wird in Gläsern mit der Aufschrift „Stolen from Del´s Saloon“ serviert, alle anderen Drinks in Plastikbechern. Und die Happy Hour ist hier von 6 bis 11h Früh – nicht Abends. Zu größerer Bekanntheit über die Stammgäste hinaus gelangte die Bar zuletzt als Drehort im Film „Knocked Up“  von Regisseur Judd Apatow, einer Komödie eines Junggesellen, der nach einem One Night Stand Vater wird, gespielt von Seth Rogen.

Dive Bars in LA


Neonschilder und nackte Glühbirnen statt Kristalluster und indirektem Ambience-Licht, Barhocker aus hartem Holz statt gepolsterter Loungechairs, Flaschenbier und billiger hochprozentiger Alkohol statt einer Selektion feiner Weine und raffinierter Cocktails.  So könnte man das Konzept einer „Dive Bar“ - das englische Wort für Kneipe, Spelunke - beschreiben. So unattraktiv dies klingen mag, Dive Bars sind eine Philosophie, unverfälschte und hochgeschätzte Institutionen mit einer laid-back Ausstrahlung, einfache, aber heilige „neighbourhood joints, that remain true to their drinkers“. Das größte Mekka für Dive Bars ist zweifelsohne Los Angeles, und das nicht nur weil Charles Bukowski hier gelebt und den Stoff für seine Geschichten und Protagonisten in den zahlreichen Bars der Stadt gesammelt hat. Als zweitgrößte Metropole der USA zeichnet sich Los Angeles durch seine „Neighbourhoods“ aus, aktuell rund 113 laut einer jüngsten Umfrage der New York Times. Und jede dieser Nachbarschaften hat ihre Infrastruktur, und dazu gehören eben auch die Dive Bars. In Zeiten der Rückbesinnung auf traditionelle Werte tragen neuerdings eine Reihe von Fan Communities  zur Huldigung dieser Plätze bei. So etwa die  „World Dive Bar Tour“, die per Internet alle zwei Wochen zum Mittwoch-Treff in einer ausgewählten Bar aufruft.